Johannes Gutenberg-Universität Mainz würdigt besonderes Engagement für Wissenschaftskommunikation zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit
27.10.2026
Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat Ralph Caspers und Sara Schurmann den Gutenberg-Zukunfts-Award 2026 verliehen. Mit diesem Preis würdigt die Universität Personen, die durch ihren großen Einsatz in Wissenschaftskommunikation und Klimabildung in besonderem Maße zur Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft beitragen. "Damit Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Gesellschaft wirksam werden können, ist es wichtig, wissenschaftliche Erkenntnisse nicht nur korrekt, sondern auch begreifbar zu vermitteln", unterstreicht Prof. Dr. Stephan Jolie, Vizepräsident für Studium und Lehre der JGU, und hebt hervor: "Genau diese Kunst, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären, würdigen wir mit Verleihung des diesjährigen Gutenberg-Zukunfts-Awards an Ralph Caspers und Sara Schurmann. Beiden gelingt dies auf beeindruckende Weise – mit Humor, mit Nähe zum Publikum und mit einer Sprache, die Mut macht, statt zu resignieren." Der Gutenberg-Zukunfts-Award ist mit einem Preisgeld von 5.000 Euro verbunden und wird seit 2024 verliehen. Die Preisträger:innen des zweiten Gutenberg-Zukunfts-Awards, Dr. Eckart von Hirschhausen und Lea Dohm, würdigten die Leistungen der diesjährigen Preisträger:innen in einer Laudatio per Videobotschaft.
Mit der gemeinsamen Auszeichnung von Ralph Caspers und Sara Schurmann möchte die JGU die Bedeutung verständlicher Wissensvermittlung und wirksamer Klimakommunikation im Umgang mit der Klimakrise herausstellen. So steht Ralph Caspers als Fernsehmoderator, Autor und Wissenschaftsvermittler für eine anschauliche und unterhaltsame Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse und komplexer Zusammenhänge. In seiner langjährigen Arbeit – unter anderem für "Die Sendung mit der Maus" und bis 2022 für das Kinder-Wissensmagazin "Wissen macht Ah!" – war und ist es ihm stets ein großes Anliegen, Wissen auf verständliche Weise für ein breites Publikum zugänglich zu machen. Dabei legt er besonderen Wert auf eine verständliche und nahbare Ansprache: "Unsere Gehirne haben in der Regel kein Interesse an langweiligen Dingen. Manchmal erzeugt das den Trugschluss, dass etwas langweilig sein muss, wenn man kein Interesse daran hat. Und genau da sehe ich unsere Aufgabe: Haken zu finden, an denen man hängen bleibt, damit das, was die Wissenschaft herausgefunden hat, auch hängen bleibt", so Ralph Caspers.
Preisträgerin Sara Schurmann ist Journalistin, Autorin und Mitgründerin des Netzwerks Klimajournalismus. Darüber hinaus setzt sie sich als Trainerin und Expertin für eine fundierte und verständliche Berichterstattung über die Klimakrise ein. "In der Multikrise, in der wir leben, ist es nicht leicht, Menschen mit Klimathemen zu erreichen. Aber es ist möglich", so Sara Schurmann. "Indem wir die Zusammenhänge im Alltag überall dort sichtbar machen, wo sie eine Rolle spielen, und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, anstatt die Menschen nur mit dem Problem zurückzulassen. So wird Klima als Querschnittsthema sichtbar und aus der empfundenen Last von Klimaberichterstattung und -kommunikation ein Service." Um diesem Anspruch gerecht zu werden, setzt sich Sara Schurmann für eine wissenschaftlich fundierte, konstruktive Klimakommunikation ein, die komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge allgemeinverständlich aufbereitet und einordnet.
"Wie Sara Schurmann betont, sind eine sachgerechte und lösungsorientierte Klimakommunikation sowie die verständliche Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse entscheidend, um die Komplexität der Klimakrise begreifbar zu machen. Nur wer die Klimakrise versteht, kann ihre Herausforderungen erkennen und den Wandel aktiv mitgestalten", unterstreicht auch der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Clemens Hoch. "Wissensformate wie 'Die Sendung mit der Maus' und 'Wissen macht Ah!', in denen Ralph Caspers mitwirkt beziehungsweise viele Jahre mitgewirkt hat, zeigen, wie wissenschaftliche Inhalte zielgruppengerecht aufbereitet werden können, um Wissen zu fördern und Zusammenhänge verständlich zu erklären. Indem sie wissenschaftliche Themen kindgerecht erklären und Neugier wecken, schaffen sie die Grundlage für ein frühes Umweltbewusstsein", so Hoch.
Und der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase betont: "Klimaschutz ist nichts Abstraktes. Er bedeutet, nachhaltig in unsere Zukunft zu investieren, die lokale Wertschöpfung zu stärken und unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden. Klimaschutz ist mithin Vorsorge für die kommenden Generationen und betrifft uns alle." Zudem dankt Haase der Johannes Gutenberg-Universität Mainz dafür, dass sie mit diesem Thema nicht nur die Studierenden adressiere, "sondern ausdrücklich auch die Stadtgesellschaft zeitgleich einbezieht."
VOICES FOR CLIMATE im Rahmen des Studienprogramms Zukunft@JGU
Die Preisverleihung des Gutenberg-Zukunfts-Awards fand auch in diesem Jahr im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Vorlesungsreihe VOICES FOR CLIMATE statt, die die Klimakrise aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Fachperspektiven betrachtet. "Der Eröffnungsvortrag von Sara Schurmann und Ralph Caspers hat eindrücklich gezeigt, wofür VOICES FOR CLIMATE steht: für eine wissenschaftliche Basis, die zu intensivem Austausch und aktiven Handlungen anregt – mit dem Anspruch, die Klimakrise und unsere Gestaltungsmöglichkeiten aus dem Hörsaal in die Lebenswelt der Teilnehmenden zu tragen", so Timo Graffe, Koordinator des Studienprogramms Zukunft@JGU. Auf die Eröffnungsvorlesung folgen zwölf weitere Termine, bei denen Expert:innen aus zahlreichen Disziplinen, etwa aus der Politikwissenschaft und der Meteorologie, der Musik und der Hebammenwissenschaft, ihre Expertise einbringen und gemeinsam mit dem Publikum diskutieren.
VOICES FOR CLIMATE ist Teil des Studienangebots "Zukunftszertifikat – Klimakrise und Nachhaltigkeit" an der JGU, in dem Studierende Wissen, wissenschaftlich reflektierte Argumentationen und Handlungsoptionen zur Klimakrise und Nachhaltigkeit erlernen können. Das Angebot von Zukunft@JGU hat inzwischen eine Vorreiterrolle im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung eingenommen und zählt zu den größten im deutschsprachigen Raum.