FIT FORTHEM wird zur Säule für Forschung und Innovation in der europäischen FORTHEM-Allianz

Gemeinsame F&I-Strategien werden bildungs- und sozialpolitischen Zielen von FORTHEM gerecht / Abschlusskonferenz des FIT-FORTHEM-Projekts in Riga

06.11.2023

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG DER PARTNER DES PROJEKTS FIT FORTHEM

Das im EU-Programm Horizon 2020 "Science with and for Society" geförderte Projekt FIT FORTHEM, kurz für "Fostering Institutional Transformation of R&I Policies in European Universities", steht kurz vor dem Abschluss. Das auf drei Jahre angelegte Kooperationsprojekt der anfänglich sieben Universitäten der europäischen FORTHEM-Allianz wurde im Januar 2021 ins Leben gerufen und mit zwei Millionen Euro ausgestattet, um gemeinsame Strategien in den Bereichen Forschung und Innovation zu entwickeln. Die Erkenntnisse und Ergebnisse des FIT-FORTHEM-Projekts werden künftig in die FORTHEM-Forschungsmission einfließen.

Die FORTHEM-Allianz wurde 2019 als eine von mittlerweile 50 europäischen Hochschulallianzen (European University Alliances) gegründet, mit denen die EU-Kommission über mehrere Ausschreibungsrunden verschiedene Modelle zur transnationalen akademischen Zusammenarbeit erproben will. Der FORTHEM-Allianz gehören neben der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zudem die Université de Bourgogne in Frankreich, die Jyväskylän yliopisto in Finnland, die Uniwersytet Opolski in Polen, die Università degli Studi di Palermo in Italien, die Latvijas Universitāte in Lettland und die Universitat de València in Spanien an. Die Universitatea Lucian Blaga din Sibiu in Rumänien und die Universitetet i Agder in Norwegen sind Ende 2022 als neue Partner in der zweiten Förderphase hinzugekommen.

Aus dem FIT-FORTHEM-Projekt, das über die gesamte Laufzeit von der JGU koordiniert wurde, sind eine gemeinsame Forschungsagenda und verschiedene Konzepte zur gemeinschaftlichen Infrastrukturnutzung und für Open Science zur Nutzung durch alle FORTHEM-Partner hervorgegangen. Um die effektive Implementierung vorgeschlagener Transformationsmodule zu unterstützen, hat das FIT-FORTHEM-Team in den vergangenen Monaten verschiedene Best Practices zusammengetragen und Maßnahmenpläne entwickelt, die Co-Creation-Prozesse mit externen Interessengruppen, eine akademische Gründungskultur, unterstützende Karriereförderung für wissenschaftliche Nachwuchskräfte sowie die Professionalisierung von F&I-Dienstleistungen fördern.

Prof. Dr. Stefan Müller-Stach, Koordinator des FIT-FORTHEM-Projekts und JGU-Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, zieht Bilanz: "Wir haben in den vergangenen drei Jahren viel erreicht und verfügen über ein solides Fundament für die künftige Kooperation im Bereich F&I innerhalb der FORTHEM-Allianz. In Schlüsselbereichen wie Open Science, Co-Creation und Entrepreneurship sind fundierte und evidenzbasierte Maßnahmenpläne vorhanden, die nun in die Forschungsmission von FORTHEM, aber auch in andere Aktivitäten der Allianz integriert werden können. Basierend auf dieser Grundlage können nun weitere gemeinsame Forschungsprojekte innerhalb der FORTHEM-Allianz starten. FIT FORTHEM hat die Stärken in der Forschung der Partneruniversitäten ausgelotet, sodass wir nun unsere Forschungsgebiete enger miteinander verknüpfen, auf die vielfältige und einander ergänzende akademischen Expertise aufbauen und gemeinsame Forschungsthemen erarbeiten können – um so die Leistung jeder einzelnen Universität, aber auch die der FORTHEM-Allianz insgesamt zu steigern."

Präsentation der Ergebnisse in fünf Interventionsbereichen

Die FIT-FORTHEM-Partner werden vom 7. und 9. November 2023 zur Abschlussveranstaltung des Projekts an der Latvijas Universitāte in Riga zusammenkommen. Hier wird das Team seine Arbeit in den fünf Maßnahmenbereichen – Internationalisierung der Forschung, Open Science, Co-Creation mit externen Interessengruppen, Wissenschaftskommunikation und Personalentwicklung in der Forschung – und die zentralen Ergebnisse präsentieren, die von den FORTHEM-Partnern künftig adaptiert und weiter ausgebaut werden können.

Einer der Konferenzhöhepunkte wird der Start einer neuen digitalen Plattform sein, die von der Universität Palermo für FIT FORTHEM entwickelt wurde. Dieses Tool bietet Wissenschaftler*innen und Projektmanager*innen die Möglichkeit, nach Partnern im FORTHEM-Verbund zu suchen und virtuellen Zugriff auf ausgewählte Ressourcen zu erhalten, darunter seltene und einzigartige Kulturgüter an den FORTHEM-Partneruniversitäten. Das leicht zu bedienende Portal ist flexibel zu gestalten und kann beispielsweise auch neue Forschungsschwerpunkte und internationale Forschungsgruppen aufnehmen, die in Projekten zu Themen aus den fünf EU-Missionen des Programms Horizon Europe und anderen gesellschaftlichen Herausforderungen zusammenarbeiten möchten.

Darüber hinaus präsentiert FIT FORTHEM auch weitere Ergebnisse dazu, wie Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft nach dem Quadruple-Helix-Innovationsmodell zusammenarbeiten können. Beispielsweise werden Analysen, die innerhalb von FIT FORTHEM für die strategische Konzeptentwicklung zur Zusammenarbeit mit außerakademischen Interessengruppen im regionalen Innovationssystem genutzt wurden, präsentiert – und zwar dem neuen Research and Innovation Services and Policy Office der FORTHEM-Allianz. Dieses soll den Austausch und das Netzwerken zwischen Forscher*innen aller FORTHEM-Universitäten ebenso unterstützen wie deren Bewerbungen um Fördermittel zur Steigerung der gemeinsamen Forschungsvorhaben. Zudem ist das neue Servicebüro kompetenter Ansprechpartner für den Wissenstransfer aus FORTHEM hin zu interessierten außeruniversitären Akteuren und in die Gesellschaft.

Dr. Nicole Birkle, Geschäftsführende Koordinatorin des FIT FORTHEM-Projekts an der JGU und Generalsekretärin der FORTHEM-Allianz, erläutert: "Die FORTHEM-Allianz setzt nahtlos dort an, wo FIT FORTHEM nun endet. Der direkte Übergang ist ein entscheidender Vorteil – und von hier aus gehen wir Schritt für Schritt weiter. Wir werden ein strategisches Konzept für Drittmittel-Anträge erarbeiten, das es uns ermöglicht, die Missionen der FORTHEM-Allianz noch effektiver zu verknüpfen, neue übergreifende Themen in Forschung und Bildung zu erschließen und damit die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität unserer Allianz weiter zu stärken."

Förderung der institutionellen Transformation

Das FIT FORTHEM-Team wird die Abschlusskonferenz in Riga für einen Rückblick auf den Umfang und das Ausmaß der institutionellen Transformation nutzen, die seit 2021 durch Projektmaßnahmen in den einzelnen Universitäten in die Wege geleitet wurde. Zudem wird es einen Ausblick darauf geben, wie diese Prozesse von den neuen Partnern in der FORTHEM-Allianz fortgeführt werden können. Weiterhin werden Präsident*innen und Rektor*innen der Partneruniversitäten, Mitglieder der externen und internen FORTHEM-Beratungsausschüsse sowie Programmverantwortliche und Mitglieder des Mission Board über institutionelle Anknüpfungspunkte für konkrete Transformationsmodule sowie über das wegweisende Potenzial von koordinierenden und unterstützenden Maßnahmen wie FIT FORTHEM diskutieren.

Darüber hinaus wollen sich die neun FORTHEM-Partner über eine gemeinsame F&I-Priorisierung insbesondere hinsichtlich Förderstrategien und Karriereentwicklung des akademischen Nachwuchses verständigen – mit dem übergeordneten Ziel, neue gemeinsame F&I-Projekte voranzubringen. "Viele der unterstützenden Maßnahmen, die die einzelnen FORTHEM-Partner noch weitreichender in der Allianz integrieren, sind bereits Teil der FORTHEM-Implementierungsphase 2022-2026, insbesondere in der Mission Forschung, Innovation & Transfer, die gemeinsam von den Universitäten Opole, Mainz und Sibiu geleitet wird", ergänzt Dr. Agnese Rusakova, Programmbeauftragte für FORTHEM der Latvijas Universitāte und Policy Officer der FORTHEM-Allianz.