Benchmarking G 21: Qualitätsinitiative großer Universitäten

Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat sich dieser ersten länderübergreifenden Qualitätsinitiative angeschlossen

15.07.2003

Das jüngste Ranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die zentrale Rolle großer Universitäten für das gesamte Wissenschaftssystem in Deutschland deutlich gemacht. Um die Qualität von Forschung, Lehre, Management und Service weiter zu verbessern, haben sich 15 dieser forschungsstarken Universitäten mit breitem Fächerspektrum und vielfältigen Studienangeboten zu einem Club "Benchmarking G 21 – Qualitätsinitiative großer Universitäten" zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, voneinander zu lernen, Lösungen für ähnlich gelagerte Probleme gemeinsam zu finden und schließlich einer breiten Öffentlichkeit ihre Leistungen national wie international zu präsentieren. Diese Qualitätsinitiative ist der erste freiwillige länderübergreifende Zusammenschluss von Universitäten abseits offizieller Gremien und Institutionen. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist Teil des Clubs. "Fragen der Qualitätssicherung spielen an unserer Universität bereits seit Jahren eine besondere Rolle, insofern fügt sich diese neue Initiative in unsere Strategie. So legen beispielsweise regelmäßige interne und externe Evaluationen an unserer Hochschule die Entwicklungspotenziale in Forschung und Lehre, aber auch im Management offen", erklärt der Präsident der JGU, Prof. Dr. Jörg Michaelis. "In diesem Zusammenhang hat sich unser Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung über die Universität hinaus landes- und bundesweit profiliert."

Zusammengeschlossen haben sich im Club "Benchmarking G 21 – Qualitätsinitiative großer Universitäten" führende Universitäten mit einem breiten Fächerspektrum. Sie gehören in Deutschland zu den leistungsstärksten in der Forschung, in der Nachwuchsförderung und bei den Absolventen. Die Initiative ist zunächst auf zwei Jahre bis zum Ende des Sommersemesters 2005 angelegt.

"Große Universitäten besitzen enorme und außerordentlich vielfältige Potenziale in Forschung und Lehre – gleichzeitig haben sie wegen ihrer Größe spezifische Probleme in der Organisation dieser Potenziale", heißt es in der Präambel der Gründungserklärung des "Benchmarking G 21", die die Präsidenten und Rektoren verabschiedet haben. Profilbildung erwartet die Politik von den Universitäten – und meint damit häufig die Schließung vermeintlich überflüssiger oder unterausgelasteter Studiengänge. Dass aber gerade die Breite und Vielfalt der großen Universitäten renommierten Wissenschaftlern die Möglichkeit zu zahlreichen interdisziplinären Forschungsprojekten bietet und den Studierenden die Chance eröffnet, über den Tellerrand des eigenen Faches hinauszuschauen, wird vielfach übersehen.

Die Größe und Fächervielfalt einer Universität stellt die Hochschulleitungen vor besondere Herausforderungen. In der Gestaltung von Führungsstrukturen, im Service für Studierende und in der Förderung des großen Potenzials beim wissenschaftlichen Nachwuchs haben alle hier zusammen arbeitenden Universitäten in den vergangenen Jahren mit engagierten Reformen gute Erfolge erzielt. Dennoch bleibt viel zu tun. Benchmarking ist dafür das richtige Instrument: vom Besseren und vom Besten lernen, wie er die neuen Anforderungen meistert, wie er Reformen umsetzt und mit Problemen umgeht. Diese Aufgabe haben sich die 15 Universitäten gestellt. Im Laufe des Prozesses ist angedacht, auch führende Universitäten anderer Nationen mit einzubeziehen. Dabei wollen sie nicht neue Rankings aufstellen oder alte widerlegen. Es geht vielmehr darum, optimale Verfahren und Organisationsformen zu benennen, um erfolgreich die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern.

Drei Arbeitskreise des "Benchmarking G 21 – Qualitätsinitiative großer Universitäten" haben bereits die Arbeit aufgenommen und ein erstes Programm für die nahe Zukunft aufgestellt. Der Arbeitskreis Studium und Lehre vergleicht und identifiziert Modelle des Übergangs von Schule zur Hochschule und befasst sich mit den besonderen Problemen der Studienstrukturreformen von Bachelor- und Masterstudiengängen. Der Arbeitskreis Forschung kümmert sich vorrangig um Instrumente und Wege der Nachwuchsförderung und -gewinnung sowie um die internationale Zusammenarbeit. Der Arbeitskreis Management sucht nach optimalen Steuerungsinstrumenten für die Hochschulleitungen.

Neben der JGU zählen die Freie Universität Berlin, die Ruhr-Universität Bochum, die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, die Technische Universität Dresden, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, die Georg-August-Universität Göttingen, die Universität Hamburg, die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Westfälische Wilhelms-Universität Münster, die Eberhard-Karls-Universität Tübingen und die Julius Maximilians-Universität Würzburg zu den Mitgliedern der "Benchmarking G 21 – Qualitätsinitiative großer Universitäten".

Diese Universitäten zeichnen sich aus durch eine außerordentliche Vielfalt von Forschungsrichtungen und Studienfächern von den Geistes-, Sozial-, Natur- und Ingenieurwissenschaften bis hin zur Medizin. Um eine überschaubare Zusammenarbeit gewährleisten zu können, ist die Mitgliederzahl auf maximal 20 Universitäten beschränkt.