Ute Hellmich mit Fulbright-Cottrell Award 2017 ausgezeichnet

Biochemikerin erhält hochdotierten transatlantischen Preis für kombinierte Forschungs- und Lehrleistung

30.03.2017

Die Biochemikerin Prof. Dr. Ute Hellmich von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat für ihre Leistungen in Forschung und Lehre den Fulbright-Cottrell Award erhalten. Bei der Auszeichnung handelt es sich um den wichtigsten transatlantischen Preis für Exzellenz in Lehre und Forschung. Er wird von der deutsch-amerikanischen Fulbright-Kommission vergeben. Die beiden Preisträger – außer Hellmich wurde auch Prof. Dr. Steffen Schumann von der Georg-August-Universität Göttingen ausgezeichnet – erhalten jeweils für ein dreijähriges Lehr- und Forschungsprojekt eine Förderung von 63.000 Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie die Möglichkeit, an den jährlichen Cottrell Scholars Conferences in den USA teilzunehmen. Die offizielle Preisverleihung fand im Rahmen eines Festakts der Fulbright-Kommission in Berlin statt.

Der Preis honoriert die kombinierte Forschungs- und Lehrleistung von deutschen Nachwuchswissenschaftlern, die Lehraufgaben im Bereich des Bachelor-Studiums in den Fachbereichen Chemie, Physik, Astronomie und Biochemie wahrnehmen. In den USA gibt es analog dazu bereits seit 1994 den Cottrell Scholar Award. "Das öffentliche Bild eines Wissenschaftlers ist ganz entscheidend durch seine Forschungsleistungen geprägt, aber ein ganz großer Teil unserer täglichen Arbeit liegt in der Ausbildung und Betreuung von Studierenden und Doktorandinnen und Doktoranden", erklärt Hellmich. "Dass mit dem Fulbright-Cottrell Award die Exzellenz in der Forschung und eben auch explizit in der Lehre ausgezeichnet wird, ist daher etwas ganz Besonderes und die Anerkennung freut mich sehr."

Prof. Dr. Ute Hellmich überzeugte mit ihrem Projektantrag "From local alterations to global changes: ABC transporters to study molecular determinants of protein function and dynamics". Dabei geht es um die molekulare Dynamik von Membranproteinen, also darum, wie die kleinen Maschinen in der Membran unserer Körperzellen die Aufnahme oder Abgabe von Stoffen wie beispielsweise Nahrungsmittel oder Gifte steuern. "Um eine gerichtete Bewegung zu erreichen, müssen sich die Membranproteine ganz kontrolliert bewegen, vergleichbar mit einer Schleuse, die auch immer nur auf einer Seite offen sein darf", so Hellmich. "Wir wollen verstehen, wie diese Maschinen funktionieren und gleichzeitig unseren Studierenden am Beispiel dieser molekularen Maschinen die Schönheit der Biochemie und die Freude daran nahebringen."

Ute Hellmich, geboren 1981 in Heidelberg, hat an der Goethe-Universität Frankfurt Biochemie studiert und anschließend über die Interaktion von Membranproteinen mit Lipiden promoviert. Auslandsaufenthalte führten sie an die University of Cambridge und die Harvard University. Seit Januar 2015 ist Hellmich Juniorprofessorin für Membranbiochemie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, eine Professur, die von der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert wird. Die Biochemikerin ist außerdem Gastwissenschaftlerin am Zentrum für Biomolekulare Magnetische Resonanz (BMRZ) der Goethe-Universität Frankfurt. Derzeit arbeitet ihr Team an der funktionellen Dynamik von Multiwirkstofftransportern und Ionenkanälen bei Parasiten.