Modernste Sequenziertechnologie für Mainzer Medizin und Forschung

Mainzer TRON erhält als eines der weltweit ersten Zentren die Gen-Sequenziertechnologie der nächsten Generation

09.06.2010

Ein hochleistungsstarkes Gen-Sequenziergerät der nächsten Generation steht dem neu ins Leben gerufenen Mainzer Zentrum für Translationale Onkologie und Immunologie (TRON) zur Verfügung: Mit dem HiSeq 2000-Gerät der Firma Illumina kann das Erbmaterial von Zellen innerhalb von nur wenigen Tagen vollständig entschlüsselt werden. "Die Leistungsfähigkeit des TRON als Innovationszentrum und Schnittstelle des regionalen CI3-Netzwerks aus Wissenschaft und Unternehmen wird durch diese Technologie weiter gestärkt. Dies ist daher ein weiterer wichtiger Schritt in unserem Vorhaben, Mainz zu einem international wettbewerbsfähigen Zentrum für individualisierte Medizin zu machen", so TRON-Direktor Prof. Dr. Ugur Sahin. "Die neue Technologie erlaubt es uns, genetische Information in Tumor- und Immunzellen schnell und kostengünstig zu untersuchen, um ein noch besseres Verständnis des Zusammenspiels von Krebserkrankung, Behandlung und Immunsystem zu erlangen. Dies ist die Voraussetzung, um maßgeschneiderte individuelle Therapien für Patienten entwickeln zu können."

"Die neue Technologie ist achtmal leistungsfähiger als alle bisher verfügbaren Methoden," erläutert Dr. John Castle, Leiter der Arbeitsgruppe Bioinformatik am TRON. "Dies bedeutet eine deutliche Reduktion von Zeit und Kosten, aber auch sehr viel mehr Informationen, die es zu analysieren gilt. Hierfür sind wir durch unsere besondere Expertise und die Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Datenverarbeitung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bestens aufgestellt."

Ein Verständnis der individuellen Eigenheiten jedes einzelnen Krebspatienten ist die Grundlage für eine maßgeschneiderte Behandlung und damit entscheidend für den Therapieerfolg. Die individualisierte und zielgerichtete Medizin bietet die große Chance, eine erhebliche Verbesserung in der Krebstherapie zu erreichen und so auch die Kostenexplosion im Gesundheitswesen abzufangen. Die Durchbrüche, die einen dramatisch gesteigerten Durchsatz bei der Entschlüsselung von Genomen ermöglichen und nun die nächste Ära der Sequenzierung eingeläutet haben, können dazu beitragen, die Vision einer solchen Medizin umsetzbar zu machen.

Der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch, Mitglied des Mainzer Siegerteams beim Wettbewerb "Stadt der Wissenschaft 2011", kommentiert: "Dies ist einer der Puzzlesteine, mit dem wir dem errungenen Titel gerecht werden wollen, die Spitzenforschung an unserem Standort zur Lösung wichtiger gesellschaftlicher Herausforderungen zu nutzen."

Das Zentrum für Translationale Onkologie und Immunologie (TRON)

Das Zentrum für Translationale Onkologie und Immunologie (TRON) wurde im Februar 2010 gegründet. Zu den Gesellschaftern gehören das Land Rheinland-Pfalz, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Universitätsmedizin Mainz. Mission des TRON ist es, unter Leitung von Prof. Dr. Ugur Sahin dazu beizutragen, medizinisch-naturwissenschaftliche Entdeckungen aus der Forschung noch schneller in die Behandlung von Patientinnen und Patienten einfließen zu lassen.

Der CI3-Cluster

Der Cluster für Individualisierte ImmunIntervention (CI3) ist ein regionales Netzwerk aus Wissenschaft und Wirtschaft, dessen Hauptakteure drei Universitäten, sechs Fachhochschulen, zwei Max-Planck-Institute, das Paul-Ehrlich-Institut, die Association for Cancer Immunotherapy (CIMT), die European Business School, das Zentrum für Translationale Immunologie und Onkologie (TRON), vier große Pharmafirmen und mehr als 180 kleine und mittlere Unternehmen aus dem Bereich Biotechnologie und Gesundheitswirtschaft sind. Das Netzwerk fokussiert sich auf Immuntherapien, also das am stärksten wachsende pharmazeutische Marksegment, und verfolgt die Mission, die Rhein-Main-Region europaweit zu einer Schmiede dieses Branchenzweigs zu machen.