Alma Mater des Film-, Fernseh- und Theaterschauspielers erinnert an Begegnungen und gemeinsame Projekte
09.04.2026
Generationen kennen ihn aus der Winnetou-Trilogie oder aus "Kir Royal", aus Filmen wie "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" oder "Die Blechtrommel" – Mario Adorf hat in seiner langjährigen erfolgreichen Karriere über 200 Charakterrollen in Film, Fernsehen und Theater gespielt, auch international. Zudem verzeichnete er als Chansonnier, Entertainer und Autor große Erfolge. Im Alter von 95 Jahren ist Mario Adorf heute in seiner Wahlheimat Paris verstorben.
1930 in Zürich geboren und aufgewachsen in Mayen in der Eifel, stand Mario Adorf schon Jahre vor seinem Durchbruch als Schauspieler bereits auf dem Gutenberg-Campus auf der Bühne: Von 1950 bis 1953 studierte er an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) unter anderem Theaterwissenschaft und Philosophie und glänzte auf der hiesigen Studentenbühne. In einem Interview mit dem JGU-Magazin erinnerte sich Adorf: "Wenn man damals in Mayen gesagt hätte: Ich will Schauspieler werden – das wäre absurd gewesen."

Über all die Jahre, in denen Adorf für seine herausragende Arbeit mit allen wichtigen Preisen der Filmbranche und auch dem Großen Bundesverdienstkreuz sowie dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz geehrte wurde, hielt Adorf Kontakt zu seiner Universität. Für sein Lebenswerk verlieh ihm die JGU im Jahr 2010 die Ehrendoktorwürde, er war Ehrengast im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 70. Jahrestags der Wiedereröffnung der JGU im November 2016 und teilte fünf Jahre später als einer von 75 Alumni aus 75 Jahren Universitätsgeschichte persönliche Erinnerungen an seine Studienzeit in Mainz.
Eingebunden ins Jubiläumsjahr 2021 war zudem eine ganz besondere Zusammenarbeit zwischen Mario Adorf und dem Collegium musicum der JGU: Für eine außergewöhnliche Neu-Aufnahme von Georg Friedrich Händels "Messiah" durch den Gutenberg-Kammerchor las Adorf einen Text aus Stefan Zweigs "Sternstunden der Menschheit" ein – im Tonstudio der Hochschule für Musik auf dem Gutenberg-Campus.
"Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz wird die schönen Begegnungen und wertvollen Momente mit Mario Adorf mit großer Dankbarkeit in bester Erinnerung behalten. Er hat seine Alma Mater nie aus den Augen verloren und war immer wieder gern zu Gast auf dem Gutenberg-Campus", betont JGU-Präsident Prof. Dr. Georg Krausch.