TOTAL E-QUALITY-Prädikat für die Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Chancengleichheit erfolgreich umgesetzt: Zahl der Absolventinnen und Promovendinnen über Bundesdurchschnitt

16.06.2005

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat das TOTAL E-QUALITY-Prädikat 2005 erhalten. Mit dieser Auszeichnung werden personal- und institutionspolitische Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen gewürdigt. Seit 1997 prämiert der Verein TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V. Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung, die Chancengleichheit als zentrales Element ihrer Personalpolitik umsetzen und so Frauen und Männern gleiche Chancen zur beruflichen Entwicklung eröffnen. "Unserer Universität ist es ein besonderes Anliegen, hochqualifizierte Frauen zu fördern", erklärt der Präsident der JGU, Prof. Dr. Jörg Michaelis. "Wir freuen uns daher sehr über diese Auszeichnung, die als Anerkennung für vorbildliche Initiativen zur Umsetzung von Chancengleichheit in der Arbeitswelt steht. Ist sie doch auch eine Bestätigung der erfolgreichen Arbeit unserer Frauenbeauftragten und unseres Frauenbüros."

Frauenförderung und Chancengleichheit für Frauen sind ein zentraler Bestandteil des Profils der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Förderung von Frauen ist nicht nur im akademischen Leitbild der Universität, sondern auch im Leitbild der Verwaltung, in dem daraus abgeleiteten Strategiekonzept sowie der Grundordnung der Universität verankert.

Seit 15 Jahren institutionalisierte Frauenförderung: Bilanz erfolgreich

Die Förderung von Frauen an Hochschulen durch Gleichstellungsmaßnahmen gehört seit den achtziger Jahren zur Agenda der Wissenschaftspolitik. Bereits frühzeitig begannen frauenfördernde Aktivitäten auch an der JGU, insbesondere im Bereich des wissenschaftlichen Nachwuchses und des wissenschaftsstützenden Personals. "Als entscheidender Motor wirkte dabei die Einrichtung eines Frauenbüros ab 1991 und dann die Besetzung des Amtes der Frauenbeauftragten ab 1998", so der Präsident.

Erste Erfolge

Diese institutionalisierte Frauenförderung zeigt jetzt erste Erfolge: Die JGU liegt mit 59,4 Prozent Absolventinnen und 43,02 Prozent Promotionen von Frauen über dem Bundesdurchschnitt (2003: 48,4 Prozent Absolventinnen und 37,9 Prozent Promotionen, Quelle: Statistisches Bundesamt / Stand: 2002/2003). "Damit schöpfen wir aus einem großen Potenzial für weiterführende Qualifikationen", berichtet die Frauenbeauftragte, Dr. Renate Gahn, "in einigen Fachbereichen sind bereits besondere Erfolge sowohl bei den Studierendenzahlen als auch bei den Habilitationen und Neuberufungen von Frauen festzustellen. Wir erwarten, dass sich in den kommenden Jahren die noch im Bundesdurchschnitt liegenden Anteile bei Professuren und Habilitationen ebenfalls verbessern werden."

So stieg in der Anglistik/Amerikanistik der Frauenanteil bei den Professuren von zehn Professoren und keiner Professorin im Jahr 2001 auf acht Professoren und zwei Professorinnen im Jahr 2003. Mit einem weiteren Anstieg ist zu rechnen: Allein zwei abgeschlossene Habilitationen von Frauen in 2003 und 2004 und drei Habilitationen von Frauen in der Abschlussphase lassen weitere positive Entwicklungen erwarten. Aber auch in unterrepräsentierten Bereichen sind Fortschritte auf der Ebene der Professuren zu verzeichnen: 2003 berief der Fachbereich Chemie und Pharmazie fünf Professoren und zwei Professorinnen (die ersten Professorinnen am Fachbereich) sowie eine Juniorprofessorin.

Strukturierter Maßnahmenplan

Insbesondere mit der Umsetzung eines komplexen Anreizsystems zur Frauenförderung führt die Universität seit 1998 mit erheblichen finanziellen Mitteln zielgerichtete Projekte und Maßnahmen durch. So wurden beispielsweise in den Fachbereichen über 50 Frauenfördermaßnahmen mit einem Volumen von circa 400.000 Euro sowie rund 120 Lehraufträge aus der Frauen- und Geschlechterforschung gefördert. Die Frauenbeauftragte führte zehn zentrale Förderprojekte unrter anderem zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen durch. Gerade auch das Coaching-Center für Nachwuchswissenschaftlerinnen und dessen Vorläuferprojekte bieten jungen Wissenschaftlerinnen seit zehn Jahren Unterstützung und Begleitung an.

Darüber hinaus legt die Johannes Gutenberg-Universität Mainz seit Beginn der 1990er-Jahre ein besonderes Augenmerk auf die Förderung von Frauen im wissenschaftsstützenden Personal. Die Arbeitsgemeinschaft Frauenförderung im Schreibdienst sowie eine Vielzahl von Einzelprojekten sollen die Grundlage für zukünftige Schritte in Richtung eines umfassenden Personalentwicklungskonzeptes bilden. Davon abgesehen, sind bereits jetzt von den jährlich rund 2.000 Teilnehmern am internen Personalfortbildungsprogramm der Universität rund 1.400 Frauen. Das ergänzende Fort- und Weiterbildungsangebot des Frauenbüros wird zusätzlich von rund 150 Frauen wahrgenommen.

Der Verein TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V. wurde im Jahr 1996 in Frankfurt/Main gegründet. Bis Mai 2004 wurden 93 Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung geehrt, mit mehr als einer Million Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2002 wurde das Prädikat erstmals an Hochschulen und Forschungseinrichtungen vergeben. In diesem Jahr haben sechs Einrichtungen aus dem Bereich Wissenschaft das Prädikat erhalten. "Die Auszeichnung für die bereits erfolgten Maßnahmen und die damit verbundenen nachweislichen Ergebnisse sind für uns ein großer Ansporn für weitere notwendige Aktivitäten auf dem Weg hin zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen in der Wissenschaft", erklärt die Frauenreferentin Elke Karrenberg.