Nationale Forschungsdateninfrastruktur

Wissenschaftsminister Konrad Wolf: "Starke Beteiligung ist Ausdruck der Forschungsstärke von Rheinland-Pfalz" / JGU an mehreren Konsortien beteiligt

26.06.2020

PRESSEMITTEILUNG DES MINISTERIUMS FÜR WISSENSCHAFT, WEITERBILDUNG UND KULTUR RHEINLAND-PFALZ

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat den Weg frei gemacht für die Einrichtung von neun Konsortien zum Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Dies gaben die GWK-Vorsitzende Bundesministerin Anja Karliczek und der stellvertretende GWK-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Konrad Wolf in Berlin bekannt. Aus Rheinland-Pfalz partizipieren die Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), die Technische Universität Kaiserslautern und das Trierer Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation an fünf von insgesamt neun auf den Weg gebrachten Konsortien. Die Mainzer Akademie übernimmt hierbei die Konsortialführerschaft für das rund 18,5 Millionen Euro starke Konsortium NFDI4Culture.

"Bund und Länder bauen eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur auf. Das ist ein Meilenstein in der Wissenschaftspolitik. Digitalisierte Forschungsdaten sollen bundesweit vernetzt und systematisch für Wissenschaft und Innovation bereitgestellt werden. Rheinland-Pfalz ist an vier von neun Konsortien zentral beteiligt und übernimmt mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur die Federführung im kulturwissenschaftlichen NFDI4Culture. Diese starke Beteiligung ist ein Ausdruck der Forschungsstärke der rheinland-pfälzischen Einrichtungen. Es freut mich sehr, dass Rheinland-Pfalz sich hier so zentral positionieren konnte", so Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf.

Die Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur übernimmt unter der Leitung von Prof. Torsten Schrade die Konsortialführung im "NFDI4Culture – Konsortium für Forschungsdaten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern". Neben der Akademie sind hier auch die JGU, die Hochschule Mainz und das Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften (mainzed) als Projektpartner beteiligt. Mitantragssteller im Konsortium "DataPLANT – Daten in Pflanzen-Grundlagenforschung" ist die TU Kaiserslautern. Hier übernimmt Juniorprof. Dr. Timo Mühlhaus die Funktion des Co-Sprechers. Das Gesamtfördervolumen beträgt rund 13,5 Millionen Euro. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist mitantragstellende Institution im "NFDI4Chem – Fachkonsortium Chemie in der NFDI" mit einem Gesamtfördervolumen von rund 23,5 Millionen Euro. Co-Sprecher wird Dr. Johannes Liermann vom Department Chemie der JGU. Zudem ist die JGU mit der Universitätsmedizin Mainz am NFDI4Health beteiligt. Dem NFDI-Konsortium "KonsortSWD – Konsortium für die Sozial-, Bildungs- und Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften" stehen 23,3 Millionen Euro zur Verfügung. Hier ist das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation mit Sitz in Trier Mitantragsteller.

Die NFDI soll ein digitales Netzwerk an Forschungsdaten mit vereinheitlichten Standards schaffen, um eine wissenschaftliche Nutzung zu ermöglichen. Sie soll Grundlage für Forschung und Innovation werden. Zentrale Ziele der Forschungsdateninfrastruktur sind die systematische und nachhaltige Verbesserung des Zugangs zu Forschungsdaten, die dezentrale, projektförmige Erschließung von Datenbeständen, die Schaffung einer untereinander verknüpften Gesamtstruktur, das Zusammenbringen von Anbietern und Nutzern, die Entwicklung von Standards für ein interoperables Forschungsdatenmanagement, die Schaffung einer gemeinsamen Basis für Datenschutz, Souveränität, Integrität und Qualität von Daten, der Aufbau von Service und die Sicherstellung der internationalen Anschlussfähigkeit.

Für die Förderung der NFDI stellen Bund und Länder im Zeitraum von 2019 bis 2028 bis zu 90 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Der Großteil des Finanzierung soll dabei bis zu 30 Konsortien in drei zeitlich versetzten Ausschreibungsrunden zugutekommen. Mit der heutigen GWK-Entscheidung können die ersten Konsortien ihre Gründung starten.