Einsatzkräfte der Feuerwehr Mainz vertiefen Routine in Übungsszenarien auf dem Gutenberg-Campus
19.08.2026
Was tun im Einsatzfall, wenn Radioaktivität im Spiel ist? Die Berufsfeuerwehr Mainz bereitet sich gezielt auf solche seltenen, aber besonders anspruchsvollen Lagen vor. An insgesamt sieben Terminen im Sommer 2026 trainieren Einsatzkräfte der Feuerwehr Mainz auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) den sicheren Umgang mit radioaktiven Stoffen. Da die Feuerwehr bei entsprechenden Schadenslagen in der Regel vor allen anderen vor Ort ist, kommt der schnellen Lageeinschätzung und Einleitung geeigneter Maßnahmen eine entscheidende Bedeutung zu. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschenrettung sowie der Schutz der Einsatzkräfte.
Um die hierzu notwendige Routine zu vertiefen, werden zwei Übungsszenarien auf dem Gutenberg-Campus simuliert, bei denen es theoretisches Fachwissen in die praktische Anwendung umzusetzen gilt. Im ersten Szenario wird ein Transportunfall nachgestellt, wie er beispielsweise beim Gefahrguttransport radioaktiver Arzneimittel an Krankenhäuser auf der Autobahn passieren könnte. Das zweite Szenario beinhaltet den Fund einer radioaktiven Probe in einem Schrottcontainer.








"Solche Übungen sind für uns wichtig, weil seltene Lagen nur dann sicher beherrscht werden, wenn Abläufe vorher praktisch trainiert wurden. Mein Dank gilt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem zuständigen Ministerium für die sehr gute fachliche Zusammenarbeit", betont Stefan Behrendt, Amtsleiter der Feuerwehr Mainz.
Zum Einsatz kommen ausschließlich sehr schwache und kontrollierte Strahlenquellen, wie sie auch in Forschung und Medizin üblich sind. Zu keiner Zeit besteht eine Gefährdung – weder für die Teilnehmenden der Übung noch für die Bevölkerung oder die Umwelt. Außerhalb des unmittelbar abgegrenzten Übungsbereichs ist keinerlei Strahlung messbar.
Unter Aufsicht des Ministeriums für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz in seiner Funktion als atomrechtliche Aufsichts- und Genehmigungsbehörde unterstützt die JGU die Berufsfeuerwehr Mainz mit ihrer fachlichen Expertise im Bereich Radioaktivität und Strahlenschutz sowie mit geeigneten Gegebenheiten für diese Übungen.
Die Universität selbst bildet seit vielen Jahren im Umgang mit ionisierender Strahlung im akademischen und beruflichen Umfeld aus, beispielsweise in der Hochschullehre sowie in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften in MINT-Schulen, Einsatzkräften von Feuerwehren in Rheinland-Pfalz und einzelnen CBRN-Einheiten der Bundespolizei, die auf chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren spezialisiert sind.
Für die aktuellen Trainings auf dem Gutenberg-Campus haben die Feuerwehr Mainz und die JGU gemeinsam Übungen entwickelt, die abstraktes Fachwissen gezielt in realitätsnahe Einsatzszenarien aus dem Alltag der Feuerwehr überführen – um Theorie in handlungsfähiges Wissen zu übersetzen.