Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz intensiviert Kooperation in der Region

Zertifiziertes TraumaNetzwerk Mainz-Rheinhessen optimiert Erstversorgung von Schwerverletzten

10.02.2012

Für Deutschland wird die jährliche Zahl schwer verletzter Patienten mit circa 33.000-35.000 beziffert. Neben systemischen Unfallfolgen wie Schock, Organversagen oder Sepsis sind häufig auch Weichteilstrukturen, Innere Organe, Knochen und Gelenke verletzt. Um die Behandlungsqualität flächendeckend zu standardisieren und zu sichern sowie die Behandlung schwer verletzter Patienten in Deutschland zu optimieren, gründete die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) im Jahr 2006 das Projekt TraumaNetzwerk. Seit heute gibt es auch für die Region Mainz-Rheinhessen ein zertifiziertes TraumaNetzwerk DGU®. Die fünf in dem regionalen TraumaNetzwerk Mainz-Rheinhessen zusammenarbeitenden Kliniken sind aufgrund der vorhandenen Versorgungsstruktur in überregionale, regionale und lokale Traumazentren unterteilt. Die Universitätsmedizin Mainz als Supramaximalversorger fungiert zukünftig als überregionales Traumazentrum. Die Netzwerkpartner Klinikum Worms und das Katholische Klinikum Mainz sind regionale Traumazentren, als lokale Traumazentren sind das Diakonie Krankenhaus Bad Kreuznach und das DRK Krankenhaus Alzey Teil des Verbunds.

"Wir freuen uns, dazu beitragen zu können, die interdisziplinäre Versorgung von schwer verletzten Patienten auch in unserer Region flächendeckend zu verbessern. Wir werden innerhalb des TraumaNetzwerks Mainz-Rheinhessen zukünftig eng organisatorisch und fachlich kooperieren, beispielsweise durch verbesserte Kommunikation, abgestimmte Versorgungsstandards und qualitätsgestützte Kooperation. Schon die Vorbereitungszeit war durch eine kollegiale Zusammenarbeit geprägt", so Prof. Dr. Dr. h.c. Pol M. Rommens, Sprecher des TraumaNetzwerks Mainz-Rheinhessen und Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz.

Das TraumaNetzwerk Mainz-Rheinhessen ist gekennzeichnet durch ausgewiesene Fachqualität und allzeitige Verfügbarkeit der Fachkompetenz in der Versorgung Schwerverletzter und es verfügt über die für die Zertifizierung notwendigen Ausstattungsmerkmale wie zum Beispiel Hubschrauberlandeplatz, Schockraum, Computertomographie und weitere bildgebende Diagnostik, Operationskapazität, Intensivstation und Transfusionszentrale. "An die örtlichen Gegebenheiten angepasste moderne Versorgungsstrukturen, eingespielte Teams und die problemlose Zusammenarbeit – das sind die Merkmale eines zertifizierten TraumaNetzwerk DGU®", erläutert Dr. Sebastian Kuhn, Koordinator des TraumaNetzwerks Mainz-Rheinhessen und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im Zentrum für muskuloskeletale Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz.

Die am TraumaNetzwerk Mainz-Rheinhessen beteiligten Kliniken verbinden sich zu einer hochqualitativen Erstversorgung von Schwerverletzten. Die Netzwerkpartner dokumentieren einheitlich und arbeiten kritisch ihre Leistungen klinisch-wissenschaftlich auf. Sie nehmen verbindlich an Fortbildungen und am TraumaRegister teil und sie richten einen Qualitätszirkel ein. PD Dr. Christian Kühne, Geschäftsführer des Arbeitskreises Umsetzung Weißbuch/TraumaNetzwerk (AKUT) der DGU, ergänzt: "Das Konzept beruht auf der langjährigen Erfahrung der DGU und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Schwerverletztenversorgung. Es setzt fachliche Kompetenz und die Bereitschaft aller beteiligten Leistungserbringer, Kosten- und Krankenhausträger voraus, bestehende Versorgungskonzepte gemeinsam weiter zu entwickeln. Das ist hier in Mainz-Rheinhessen eindeutig gegeben."

Dr. Guido Scherer, Ärztlicher Leiter des Rettungsdiensts, sieht den Vorteil des neuen TraumaNetzwerks auch in der Steigerung der Effizienz durch Nutzung vorhandener Ressourcen: "Es bringt uns unserem Ziel, jedem Schwerverletzten in Deutschland rund um die Uhr die bestmögliche Versorgung unter standardisierten Qualitätsmaßstäben zu ermöglichen, wesentlich näher." In Deutschland gibt es 30 zertifizierte TraumaNetzwerke DGU®. In Rheinland-Pfalz sind die TraumaNetzwerke Vorderpfalz und Mainz-Rheinhessen zertifiziert. Drei weitere entstehen derzeit für die Regionen Mittelrhein, Barbarossa-Pfalz und Eifel-Mosel.